Ein Wechsel der ELS-Software macht gute Planung unerlässlich

ELS-22015 gab es durch den Rückzug eines großen Anbieters eine große Veränderung im Markt für Leitstellensoftware.

Es wurde nicht nur kurzfristig der Vertrieb beendet sondern auch angekündigt, mittelfristig Service und Wartung nach Auslaufen bestehender Verträge einzustellen.

Das führt dazu, dass Anpassungen an geänderte Anforderungen (Schnittstellen, eCall, usw.) kurzfristig nur mehr schwer erhältlich und mittelfristig gar nicht mehr zu bekommen sind.

Dadurch wird man als Kunde unplanmäßig dazu gezwungen in eine neue Leitstellensoftware zu investieren und den Umstieg darauf sorgfältig zu planen.

Auf dem Leitstellenkongress der CCExpo am 8. Juni in Leipzig hat Frank Drägert, Gesellschafter und Geschäftsführer der IDH-Consult (www.idh-consult.de), einen spannenden Vortrag zum Thema „Planung und Planungsinhalte von Leitstellen“ gehalten.

Sein Vortrag birgt aufgrund der aktuellen Veränderung des Anbietermarktes der letzten Monate eine besondere Aktualität in sich.

Aus der langjährigen Planungspraxis von Frank Drägert gibt es grundsätzlich 3 unterschiedliche Planungsszenarien:

1) Austausch einer technischen Komponente (Gewerk) einer Leitstelle

2) Austausch der kompletten Technik inkl. Arbeitsplatzausstattung

3) Neubau einer Leitstelle mit kompletter technischer Ausstattung

Dabei kann man von typischen Projektlaufzeiten (Planung, Ausschreibung, Realisierung) von 4-6 Jahren bei einem kompletten Neubau, 2-3 Jahren für den Austausch des Einsatzleitsystems (Hard- und Software) bzw. 1,5-2,5 Jahren für die Erneuerung einzelner Komponenten (zB Erneuerung des Notruf- und Funkvermittlungssystems inkl. Digitalfunkanbindung) ausgehen.

Frank Drägert nennt in seinem Vortrag ein paar typische Gründe die einen Erneuerungsbedarf auslösen:

  • Abschreibungszeiten
  • veraltete Systeme mit überschrittenen Entwicklungszyklen („End of life“)
  • grundsätzliche Änderungen der Anforderungen an die Technik (neue Aufgaben der Leitstelle, Kompatibilität zu Nachbarleitstellen zur Förderung der Zusammenarbeit, etc.)

In 70% aller Fälle wird ausschließlich die Kommunikationstechnik erneuert.

Die Software für das Einsatzleitsystem hingegen nur selten da ein Wechsel der ELS-Software viel einschneidender und umfangreicher ist als der Wechsel der Kommunikationstechnik und außerdem ein hoher Aufwand für die Datenversorgung des Systems anfällt. Daher wird meistens ein Update auf eine aktuelle Version desselben Herstellers durchgeführt.

Frank Drägert gab abschließend noch den Hinweis, dass auf Grund des Ausscheidens eines großen Anbieters in den nächsten Jahren damit zu rechnen ist, dass zahlreiche Leitstellen die Software des Einsatzleitsystems tauschen werden. Da im Umfeld der Leitstellensoftware sowohl Nachfrage- als auch Anbietermarkt begrenzt sind ist daher mit einem Peak in der Marktauslastung zu rechnen was wiederum zu längeren Lieferzeiten und höheren Kosten führen kann. Hr. Drägert rät daher dazu, sich rechtzeitig die Kapazitäten der Planungsbüros und der externen Berater für einzelne Spezialthemen für den Umstieg zu sichern.

Martin Redl (m.redl@geomagis.at) zeigt Ihnen gerne die verschiedenen Möglichkeiten und unterstützt Sie beim laufenden Betrieb bis zur Umstellung sowie bei der Umstellung selbst.